November 2023

Die Spurensucherin - Über die Schulter geschaut: Julia Behr, Leitung Labor

Wer das Labor in der Firmenzentrale der Schweitzer-Chemie besuchen will, steht erstmal vor einer verschlossenen Tür. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang eingeschränkt und ohne spezielle Unterweisung darf man sich hier nur in Begleitung sachkundiger Mitarbeitender aufhalten. „Wir arbeiten hier mit Chemikalien, die als Gefahrstoffe eingestuft sind. Da muss man wissen, wie man sich richtig verhält“, erklärt Laborleiterin Julia Behr. 

Das Labor ist eines der Herzstücke der Schweitzer-Chemie. Acht Kolleginnen – „ein Super Frauenpowerteam“, sagt Julia Behr – befassen sich hier mit der Wasseranalytik für die Kunden des Unternehmens. Alle relevanten Parameter der Wasserbeschaffenheit können schon in geringsten Konzentrationen gemessen, ausgewertet und dokumentiert werden. „Wir führen Einmalanalysen durch, zum Beispiel bei der Kundenakquise, um eine neue Anlage erstmal kennenzulernen. Besonders vorteilhaft ist aber eine regelmäßige Analytik, bei der Abweichungen von Sollwerten frühzeitig erkannt werden und man vorbeugend agieren kann, bevor es zu Störungen oder Problemen kommt.“ 

Wissen, was Wasser in sich hat 

Über 5.000 Proben analysiert das Team pro Jahr, Schnelligkeit und Präzision sind dabei ausschlaggebend. Dafür ist das Labor mit Hochleistungsgeräten auf modernstem Stand ausgestattet, wie Julia Behr betont: „Unser jüngster Ionenchromatograph misst vollautomatisiert den Gehalt von Chlorid, Sulfat, Nitrat und vielem mehr in knapp 30 Minuten.“

Zusätzlich können sich Kunden auch rund um die mikrobiologischen Untersuchungen wie z.B. die Legionellenuntersuchung nach der 42. Bundes-Immissionsschutzverordnung (42.BImSchV) unterstützen lassen. „Diese Analysen dürfen nur von unabhängigen, akkreditierten Laboren durchgeführt werden. Auf Wunsch übernehmen wir die Abstimmung und Abwicklung mit den Fremdlaboren. Somit bieten wir die komplette Wasseranalytik als Rundumservice aus einer Hand, bis hin zum Einpflegen der Ergebnisse in die digitale Wasserdatenmanagement-Plattform.“

Darüber hinaus werden rund 70 unterschiedliche Prüfsets angeboten. Mit den schnell und einfach zu handhabenden Tröpfchen- oder Streifentests können die Service-Technikerinnen und -Techniker der Schweitzer-Chemie erste Messergebnisse direkt vor Ort beim Kunden ermitteln, wie zum Beispiel die Wasserhärte, den Chlorid- oder Sulfatgehalt.

„Unser Aufgabenbereich ist ausschließlich die Analytik, das grenzt uns von der Abteilung Fachbereich Chemie ab, die für die Produkte zur Wasserbehandlung zuständig ist“, so Julia Behr, „aber wir stimmen uns natürlich auch untereinander ab und ergänzen unsere Expertisen, wenn es um die Optimierung von Systemen und Anlagen geht.“ Darüber hinaus gibt es Schnittstellen in praktisch alle Unternehmensbereiche der Schweitzer-Chemie. „Wir arbeiten vor allem eng mit dem Außendienst und den Service-Technikerinnen und -Technikern zusammen, aber auch mit dem Vertriebsinnendienst, dem Lager und der Disposition.“

Immer im Fluss bleiben 

Die 30-jährige Chemie-Ingenieurin kam vor drei Jahren als Laborantin zur Schweitzer-Chemie, fungierte ein halbes Jahr lang als Teamsprecherin und übernahm im April 2023 die vollumfängliche Leitung der Abteilung, samt Personalverantwortung. „Ich bin dafür da, im Hintergrund alles zu regeln, damit die Kolleginnen ihre Arbeit gut und gerne machen können.“

Neben dem Tagesgeschäft gehört der Blick über den Tag hinaus zu ihren wichtigsten Aufgaben. Das betrifft zum einen die gesetzlichen Auflagen. „Die Regelwerke sind zahlreich und komplex, was heute gilt, kann morgen schon wieder anders sein.“ Genauso wichtig ist, sich fachlich auf dem Laufenden zu halten über Testmethoden und Technologien. „Wir denken natürlich immer darüber nach, wohin sich die Abteilung Labor perspektivisch weiterentwickeln kann, welche Leistungen und Methoden wir künftig anpacken und anbieten können.“ 

An ihrem Job schätzt die Labor-Leiterin vor allem die Teamkultur, die Verantwortung und die Spielräume, die sie im Unternehmen hat. „Wir haben hier flache Hierarchien und einen guten Zugang zur Geschäftsleitung. Ideen, die man anbringt, werden wahrgenommen und man kann wirklich etwas bewegen. Das macht Spaß.“

Was ihr noch am Herzen liegt: „Auch wenn wir hier hinter verschlossenen Türen arbeiten, sind wir dennoch offen für Kolleginnen und Kollegen, die besser kennenlernen wollen, was wir tun. Wer möchte, kann gerne mal schnuppern kommen – wir freuen uns.“

 

 

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