
Über uns
Verbessern kommt von Verstehen

Wer das Klima schützen und Treibhausgas-Emissionen effektiv reduzieren will, muss genau wissen, wo und wie sie entstehen. Antworten darauf soll das Green House Gas (GHG) Accounting liefern, an dem wir seit gut einem Jahr intensiv arbeiten. GHG Officer Daniel Abendschön gibt Auskunft über Ziele, Herausforderungen und Erkenntnisse dieses anspruchsvollen Projekts.
Herr Abendschön, worum geht es beim Green House Gas Accounting genau?
„Beim GHG Accounting werden alle Treibhausgas-Emissionen bilanziert, die wir als Unternehmen über unsere gesamte Wertschöpfungskette verursachen. Das heißt, wir müssen sämtliche Daten, die direkt und indirekt zu unserem Klimafußabdruck beitragen, möglichst vollständig erfassen und auswerten. Das reicht von den Waren, die wir einkaufen, über unsere eigene Energienutzung bis zum Einsatz unserer Produkte bei unseren Kunden.“
Das klingt ziemlich komplex …
„Das ist es auch. Die Datenerhebung und -auswertung war anfangs absolutes Neuland für uns. Wir mussten erst mal erarbeiten, wie wir den richtigen Informationen am besten auf die Spur kommen. Welche Daten sind relevant, wie können wir sie möglichst präzise erfassen und unsere Emissionen zuverlässig berechnen? Für jedes Berichtsjahr müssen wir das komplette Unternehmen scannen, fast alle Abteilungen sind irgendwann involviert. Ebenso viele unserer Zulieferer und Partner, die sehr unterschiedlich auf das Thema vorbereitet sind. Das war am Anfang alles sehr spannend und aufregend. Das Gute ist, dass wir in dem Prozess nicht alleine sind. Über die Zugehörigkeit zur SKion Gruppe bekommen wir wertvolle Unterstützung und profitieren vom Austausch und Erfahrungsschatz, der hier bereits aufgebaut wurde.“
Wie weit sind Sie aktuell mit dem Projekt?
„Zunächst haben wir im vergangenen Jahr als Probelauf die Daten rückwirkend für das Jahr 2023 erhoben. Dabei haben wir dieses Jahr viel gelernt, sodass wir bei der Bilanz für 2024 die Prozesse zur Erfassung und Auswertung der Daten bereits optimieren konnten. Wir haben damit beste Voraussetzungen für die erfolgreiche Bilanzierung des laufenden Jahres, mit der wir uns dann ab Januar 2026 beschäftigen wollen.“
Wollen oder müssen?
„Beides. Wir müssen natürlich die gesetzlichen Vorgaben der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erfüllen und die verpflichtet uns ab 2026 zu einem verbindlichen Reporting. Aber wir machen das ja auch, weil wir es für wirklich sinnvoll halten. Schließlich hat sich die Schweitzer-Chemie selbst zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und dem Klima verpflichtet, dafür liefert das GHG Accounting wichtige Erkenntnisse. Außerdem kommen wir damit unseren Kunden entgegen, indem wir ihnen verlässliche Daten liefern, die sie wiederum für ihr GHG Reporting brauchen.“
Ihr Fazit: Ist das GHG Accounting lästige Pflicht oder eher Chance für die Schweitzer-Chemie?
„Ganz eindeutig eine Chance, die wir gerne nutzen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist, dass es bei der Emissionsreduktion Sinn, Verstand und Augenmaß erfordert. Dort wo viele Emissionen entstehen, lohnt sich der Aufwand, genauer hinzuschauen und mehr zu tun. Bei uns gehört dazu zum Beispiel die Kategorie der eingekauften Waren und Dienstleistungen, während das Pendeln der Belegschaft zum Arbeitsplatz praktisch kaum ins Gewicht fällt. Das bedeutet nicht, dass wir diesen Bereich vernachlässigen, aber wir wissen jetzt besser, wo wir sinnvoll Prioritäten setzen und uns fokussieren sollten. Wir können gezielter vorgehen statt nach dem Prinzip Gießkanne und haben klarer im Blick, wo wir tatsächlich etwas bewirken können, um unseren Footprint zu verkleinern. Hierfür sinnvolle Lösungen zu erarbeiten, wird der nächste Schritt sein.“