April 2026

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Weiter auf gutem Weg: Die Schweitzer-Chemie nach Bernd Schweitzer und Wolfgang Eggerl

Zwischen Dankbarkeit und Aufbruch – Die Schweitzer-Chemie nach Bernd Schweitzer und Wolfgang Eggerl

Jetzt ist es also wirklich soweit: Bernd Schweitzer und Wolfgang Eggerl gehören ab sofort zur illustren Riege der Schweitzer-Chemie-Alumni. Die Nachfolge ist geregelt, die Verantwortung übergeben und doch wirkt das Von-Bord-Gehen der langjährigen Geschäftsführer wie eine Zäsur, die keine ist. Zum einen, weil die Übergabe an die neuen Geschäftsführenden Dr. Marie-Louise Morkos und Johannes Puy in aller Ruhe und mit einem klaren Plan vollzogen wurde. Zum anderen, weil sich nach dem Generationenwechsel vor allem das nicht geändert hat, was hier alle nur die Schweitzer-Chemie-DNA nennen.

"Unsere Werte und unser Umgang miteinander
machen das Unternehmen nach wie vor aus, da
sind Bernd und Wolfgang absolute Vorbilder."

Johannes Puy

"Bernd hat mir gleich zu Beginn gesagt, dass es die
Menschen sind, die ein Unternehmen ausmachen.
Damit hat er bei mir sofort offene Türen eingerannt."

Dr. Marie-Louise Morkos

Natürlich, die Arbeitsweisen entwickeln sich. Das Unternehmen geht mit der Zeit. Mehr digitale Tools, mehr KI, mehr Zusammenarbeit über Kanäle, die früher nicht existierten. Der Mensch aber, und darum dreht sich hier schon immer alles, bleibt Bezugspunkt. Dazu passt auch die unaufgeregte Übergangsphase, die sich über etwas mehr als zwei Jahre erstreckte. Johannes sagt dazu: „Bernd und Wolfgang haben sich im operativen Geschäft schnell zurückgenommen und uns von Anfang an bewusst viel Freiraum und vor allem Vertrauen gewährt. Sie waren für uns als Sparringspartner da, haben uns aber machen lassen.“


Wenn man Malu und Johannes nach ihren Anfängen im Unternehmen fragt, erinnern sich beide gerne zurück an die frühen Gespräche mit Bernd Schweitzer. Wegen seiner strategischen Pläne, vor allem aber wegen seiner Haltung. Wie er auf Menschen zuging, wie er seine Arbeit anging was sein Vertrauen und Zutrauen in der Schweitzer-Chemie-Mannschaft auslösten. Das hat sie sofort überzeugt. Eine Überzeugung, die sich bis heute nicht geändert hat. Auch wenn sie ihren eigenen Weg gehen, der anders sein wird als der ihrer Vorgänger. Im positiven Umgang miteinander, in der Aufmerksamkeit für den Einzelnen, im Vertrauen in Mitarbeitende, Partner und Kunden.

Offene Türen, Klarheit und gemeinsame Werte

Angesprochen auf den Stil der „Neuen“, die natürlich nicht neu, sondern schon lange im Unternehmen sind, sagt Malu: „Wir sind mitten drin und immer ansprechbar. Ich denke, dass wir einen sehr nahbaren Führungsstil leben, aber mit einem klaren Weg. Ohne den geht es nicht. Es wird ja auch komplexer in einem Unternehmen mit mehr als 230 Mitarbeitenden. Wir hören zu, entscheiden und setzen um.“

Es ist nicht leicht, bei dieser Größe für alle erreichbar zu bleiben. Viele Mitarbeitende sind auf der Fläche unterwegs. Umso wichtiger sind Fixpunkte, die Verbindung schaffen. Austausch, gemeinsame Erlebnisse, eine Jahrestagung, die viel mehr ist als nur ein weiterer Termin im Kalender der Schweitzer-Chemie, sondern ein Highlight für alle. Wo Menschen sich wohlfühlen und wo sie wissen, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird, kann sich etwas Großes entwickeln. Die Kultur wirkt nach innen
genauso wie nach außen. Dass viele Initiativbewerbungen eingehen, passt in dieses Bild. An der Spitze stehen jetzt zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten, sich aber gerade deshalb bestens ergänzen. „Zweimal Malu oder zweimal Johannes würde nicht funktionieren“, sagt Malu. Das „Und“ macht’s. „Wir vertrauen uns, diskutieren aber auch mal, finden immer einen gemeinsamen Weg, sind ehrgeizig. Das bringt eine gute Dynamik, und die Werte verbinden uns.“

Auch in schwierigen Zeiten stehen die Zeichen auf Wachstum

Und wie geht es inhaltlich weiter? Es ist kein Geheimnis, dass der Ton rauer wird am Wirtschaftsstandort Deutschland. Einige Kunden fahren die Last zurück und hinterfragen Standorte. Insolvenzen steigen, die Auslastung von Anlagen wird weniger. Johannes sagt dazu:

„Wir sind stolz darauf, dass wir auch in diesen Zeiten weiter wachsen und mit gezielter Neukundenakquise unseren Marktanteil vergrößern. Wir gewinnen in einem stagnierenden Markt Anteile von Mitbewerbern. Da kommt unser starker Vertrieb ins Spiel, in den wir bewusst viel investieren. Wir sind sehr präsent. Wir halten Vorträge, geben Schulungen, engagieren uns in den Verbänden. Und natürlich werden wir dank der hohen Qualität und Zuverlässigkeit auch immer wieder weiterempfohlen. Mit unserem dichten Servicenetz, bei dem wir viel Wert auf das Finden der richtigen Personen legen, können wir einen außergewöhnlichen Service bieten, der sich von anderen abhebt.“

"Wir sind voll angekommen in der Gruppe
und spüren großes Vertrauen in uns."

Johannes Puy

Alles andere als ein Riesentanker: die EnviroWater Group

Ein großes Thema in der Übergangsphase war natürlich die Eingliederung der Schweitzer-Chemie in die EnviroWater Group, bei der auch Sorgen im Raum standen: Wird es konzernig? Geht hier unsere Identität verloren? Heute wirkt diese Sorge überholt, denn das Gegenteil ist passiert. Die Gruppe ist gerade kein schwer zu manövrierender Riesentanker, sondern funktioniert als Netzwerk spezialisierter Einheiten. Eigenständig, schnell, auf Kompetenzcluster verteilt.

Die Schweitzer-Chemie hat sich in diesem Netzwerk eine starke Position erarbeitet und verantwortet zentrale Bereiche der Wasserbehandlung, besonders Kühl- und Kesselwasser. Gemeinsam mit ihrer Tochter TS-Wassertechnik und der Innowac, die mit der Schweitzer-Chemie- Struktur im Jahr 2026 stärker zusammenwächst.

Die Zusammenarbeit in der Gruppe ist pragmatisch. Gemeinsame Projekte mit der EnviroChemie und der EnviroFalk, sich ergänzende Kompetenzen, etwa bei Recycling, Wiederverwertung, Anlagenbau oder Steuerungstechnik. „Das ist ein Geben und Nehmen“, sagt Johannes. In Zahlen heißt das auch: rund 50 Millionen Euro Umsatz, verbunden mit größerer Verantwortung und Sichtbarkeit.

"Es ist viel im Fluss. Wir lieben unsere
Eigenständigkeit, freuen uns aber über
das Miteinander im Unternehmensnetzwerk
ohne die sonst übliche Konzernstruktur.
Wir erweitern unsere Möglichkeiten,
ohne unsere Stärken aufzugeben."

Dr. Marie-Louise Morkos

Ein weiterer Zukunftsbaustein klingt unscheinbar, hat es aber in sich: das digitale Betriebstagebuch. In der Praxis ist es eine fundamentale Neuordnung von Wissen. Wasserqualitätsdaten, Mengen, Chemikalieneinsatz, Laboranalysen, Legionellenwerte, Dokumentationspflichten: Informationen, die bislang verteilt lagen, werden zusammengeführt. Für Kunden bedeutet das nicht nur digitale Ablage, sondern Orientierung und konkrete Handlungsanweisungen. Daten werden eingespielt, Pflichten werden sichtbar, Maßnahmen plausibel, Nachweise vollständig. Parallel dazu werden interne Abläufe gestrafft: ein neues ERPSystem, KI-gestützte Prozesse, Prozessoptimierungen in den einzelnen und zwischen den Teams.

"Wir haben große Lust auf Wachstum und
noch stärkere Relevanz am Markt. Unser Ziel:
Wir sind am Markt geschätzt als die führenden
Wasserexperten."

Johannes Puy

Die Schweitzer-Chemie möchte weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis. Kooperationen wie die mit der Innowac stärken die Position des Unternehmens im Großkundensegment, etwa bei Raffinerien und Kraftwerken. Gleichzeitig werden weitere Schritte geprüft, auch mögliche Zukäufe. Entscheidend ist hier nicht nur, dass etwas wirtschaftlich passt, sondern auch, dass es kulturell harmoniert. Langfristig will sich das Unternehmen in der Gruppenstruktur weiter als feste Größe etablieren. Der Anspruch bei alledem bleibt klar: sichtbar sein, relevant sein, als Arbeitgeber attraktiv bleiben.

"Es ist spannend und auch ein wenig traurig,
weil wir Bernd und Wolfgang vermissen werden.
Gleichzeitig sind wir ihnen unendlich dankbar
für das, was sie aufgebaut und an uns
weitergegeben haben."

Dr. Marie-Louise Morkos

Vorfreude auf alles, was kommt

Der Kurs ist klar: Wachstum und Relevanz stärken, ohne den Kern zu verlieren. Den Ausbau des digitalen Betriebstagebuchs und effizienterer Prozesse und die Chancen in der Gruppe nutzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Malu und Johannes die Übergangsphase bewusst genutzt haben, um die Schweitzer-Chemie jetzt in die Zukunft zu führen. Sie haben Prozesse überprüft, Rollen geklärt und Entscheidungswege gestrafft. Jetzt geht ihr Blick nach vorn. Die Schweitzer-Chemie soll pragmatisch bleiben und dabei ihren hohen Anspruch an Qualität beibehalten. „Wir wollen ganz vorne mitspielen“, betont Malu. Und das mit den Menschen im Mittelpunkt.

Die neue Geschäftsführung ist bereit, die Schweitzer-Chemie in die Zukunft zu führen. Den Weg haben sie im Kopf und sind gerüstet für das, was kommt. Mit dabei: Vorfreude, Aufregung und ein positiver Blick nach vorn.

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